Ein Vermieter kann unter Umständen die Zahlung einer erhöhten Miete verlangen. Das Gesetz sieht eine solche Möglichkeit dann vor, wenn die bisherige Miete nicht mehr ortsüblich ist oder wenn Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt wurden.

Für ein wirksames Mieterhöhungsverlangen genügt es nicht, dass ein Vermieter seinem Mieter schreibt, dass er ab dem nächsten Monat eine höhere Miete verlange. Ebenso wenig ist für ein wirksames Mieterhöhungsverlangen ausreichend, dass der Vermieter eine Anpassung der Miete wegen gestiegener Preise verlangt oder behauptet, die bisherige Miete sei nicht mehr ortsüblich.

An die Begründung eines Mieterhöhungsverlangens werden strenge Anforderungen gestellt. So muss bei einer Mieterhöhung im Rahmen der ortsüblichen Vergleichsmiete konkret anhand eines Mietspiegels, eines Sachverständigengutachtens oder mindestens drei Vergleichswohnungen dargelegt werden, dass in vergleichbaren Wohnungen eine höhere Miete je Quadratmeter bezahlt wird.

Bei Mieterhöhungsbegehren wegen Modernisierungsmaßnahmen sind die Kosten der konkreten Maßnahmen offen zu legen und insbesondere auch darzulegen, dass es sich um Maßnahmen handelt, die der Energieeinsparung dienen oder die Wohnqualität nachhaltig verbessern.

Neben einer ausführlichen Begründung, worauf das Mieterhöhungsverlangen gestützt wird, sind auch die gesetzlichen Fristen sowie gesetzliche Obergrenzen (Kappungsgrenze) zu beachten. Da es derzeit in Kempten keinen Mietspiegel gibt, ist es sowohl für Vermieter, als auch Mieter nur sehr schwer nachzuvollziehen, welche Miete ortsüblich ist.